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Mountainbike-Tour Monti di Gerra



Gerra Gambarogno - Cheventino - Monti di Gerra - Pianascio - Monti di Gerra - Cheventino - Gerra Gambarogno

Kategorie: TourenMountainbike-Touren Mountainbike-Touren    - Region: Tessin, Schweiz    Tessin, Schweiz    Karte

Website: http://www.topin.travel

Von dem kleinen Delta von Gerra Gambarogno aus folgen wir der schmalen Strasse, die hinter dem Dorf steil hochklettert. Weiter führt die Strecke durch Wald und über Wiesen nach Monti di Gerra.
Beim grossen Parkplatz steigt die Strasse auf der linken Seite nach einer Metallschranke weiter an. Bei Pianascio beginnen wir die Talfahrt längs der Weiden. Nach einigen leichten Stufen, die den Kastanienwald durchqueren, erreichen wir die Monti. Der Weg ist flüssig und bald schon erreichen wir die letzen Häuser, wo der Wegweiser den Maultierpfad nach Gerra anzeigt. Die Strecke durch den Wald hat ein gleichmässiges Gefälle, nur die zahlreichen Steine auf dem Boden mahnen zur Vorsicht. Nach zweimaligem Überqueren der Strasse folgen wir dieser ein kurzes Stück, bis nach einer Spitzkehre ein Weg durch den Wald in die Tiefe stürzt. Dieser führt uns zurück nach Gerra.


Dank seiner Ausrichtung nach Norden ist das Gambarogno im Sommer eine der sonnigsten Regionen im Tessin. Wenn jedoch die herbstliche Tagundnachtgleiche erreicht ist, kann sich die Sonne nicht mehr über den Horizont erheben. Der Schatten bemächtigt sich der kleinen Dörfer am See, und das ganze Gebiet verfällt in einen langen Winterschlaf. Die ersten Oktobertage bieten die letzte Gelegenheit, eine Entdeckungsfahrt durch die charakteristischen Monti zu unternehmen, die das rechte Seeufer überragen.


9. Oktober

Sechs Monate nach der ersten Tour der Saison treffen wir uns wieder auf dem kleinen Delta von Gerra Gambarogno. Der Wind kräuselt noch immer die Seeoberfläche, die von eleganten Segelbooten durchfurcht wird; Doch der frische Duft der Kamelien ist verschwunden und wurde ersetzt durch den satteren Geruch der Kastanien. Der Oktober ist knauserig mit Wohlgerüchen, schenkt uns aber grossartige Schauspiele. Kaum kündigt sich der Herbst an, wird der grüne Hintergrund der Berge von roten und orange­farbenen Tupfern übersät.
Wir schwingen uns aufs Rad und folgen der schmalen Strasse, die hinter dem Dorf hochklettert. Die Steigung ist recht stark, doch die im Sommer beim Befahren der hohen Alpenpässe geschliffene Form erlaubt es uns, den Asphalt gierig zu verschlingen, sodass die Häuser und Hecken in einer verworrenen Farbpalette an uns vorbeiflitzen.
Nach einigen Spitzkehren finden wir eine Abkürzung: Sie klettert den Grashang hoch und schlängelt sich an vielen modernen Villen vorbei, die von ihren Besitzern bereits verlassen wurden und in der düsteren Winterstille versinken. Nur ein gesprächiges Rotkehlchen, das emsig von einem Gebüsch zum andern flattert, bringt noch ein bisschen Leben in die gepflegten Gärten, doch es wird demnächst wärmeren Gefilden zustreben. Bald werden zierliche Eisstickereien die blassen Hortensienblüten und die Rosenknospen einhüllen.
Weiter oben, in der Nähe eines grossen Platzes, stossen wir wieder auf die Hauptstrasse. Hier wechselt das Landschaftsbild gründlich: Wir verlassen den Sonnenschein und das schwache Glitzern des Sees und werden von einem ungeordneten Geflecht von Bäumen empfangen, das vom Licht nur mühsam durchdrungen wird. Der Strassenbelag ist feucht, eine dünne Blätterschicht macht ihn gefährlich.
Die stärkste Bedrohung sind aber die überall wie Bomben zu Boden fallenden Kastanien, die keinen Halt mehr an ihren Ästen finden.
Wir setzen die Fahrt durch den eindrucksvollen Tunnel fort, der den dichten Pflanzenwuchs durchschneidet. Nach kurzer Zeit verlieren wir die Kenntnis von Zeit und Raum: Nur gerade sporadische Ausblicke geben uns Hinweise auf unser Vorrücken. Nach einigen langen Geraden beginnt sich jedoch der Wald zu lichten, löst sich in kleine grasige Oasen auf, bis er schliesslich endgültig den Wiesen in der Nähe der Monti di Gerra weicht.
Als wir den grossen Parkplatz erreichen, der auf unserer Karte als Endstation angegeben ist, stellen wir fest, dass die Strasse auf der linken Seite nach einer Metallschranke weiter ansteigt. Die luftige Weite des sanften Hangs und die Möglichkeit, die spätere Abfahrt ein wenig zu verlängern, regen uns zu einer Besichtigung an. Nach einigen Kehren sind wir in der Nähe eines Bauernhofes, der die Anhöhe überragt und seine grüne Terrasse gegen den Lago Maggiore und das Maggia-Delta ausstreckt.
Wir beginnen die Talfahrt längs der Weiden, während die Sonne einen freien Platz zwischen den kahlen Felsen des Gridone gefunden hat und ihn kräftig anstrahlt. Nach einigen leichten Stufen, die den Kastanienwald durchqueren, erreichen wir die Monti.
Auch hier herrscht Stille, doch das strahlende Herbstlicht verleiht den glühenden Birken eine ausserordentliche Kraft. Lange Schatten fallen auf die von gelben und roten Blättern
tapezierten Wiesen, ein von zwei vagabundierenden Ziegen erobertes Land.
Der Weg ist flüssig und lässt uns einige schöne Steinhütten entdecken, die von Weinbergen und Fruchtbäumen umgeben sind. Es ist ein angenehmes Gefühl, diese Pfade zu befahren und sich völlig der Schwerkraft anzuvertrauen, doch so sehr uns auch die eisenhaltige Erdmasse nach unten zieht, verlockt uns die Schönheit der Landschaft, in der Höhe zu bleiben.
Von zwei gleichermassen starken und unbezähmbaren Kräften umkämpft, verlangsamen wir die Fahrt und geniessen jedes einzelne Bild.
Als wir die letzten Häuser erreichen, zeigt uns ein Wegweiser den Maultierpfad nach Gerra. Die Strecke durch den Wald hat ein gleichmässiges Gefälle, nur die zahlreichen Steine auf dem Boden mahnen zur Vorsicht. Die Talfahrt ist jedoch leicht und lässt uns ein paar Minuten länger das herrliche Szenarium der Berge zu bewundern, bevor es sich im Abenddunkel auflöst.
Wir überqueren zwei Mal die Strasse, die wir für den Aufstieg benutzt haben. Dann müssen wir ihr ein kurzes Stück weit folgen, bis wir nach einer Spitzkehre wieder auf dem Weg sind, der durch den Wald in die Tiefe stürzt. Auch wir sind jetzt vom Dunkel umhüllt, aber bald erreichen wir den Platz oberhalb Gerra. Es bleibt uns nur übrig, widerwillig auf dem Asphalt an das Seeufer zu gelangen.
Als wir endlich den See erreichen, hat der Wind aufgehört, und alle Boote sind in den Hafen zurückgekehrt. Die spiegelglatte Wasseroberfläche ist bereit, die Sterne zu begrüssen.

Alfio Cerini, Tessin auf zwei Rädern, Dadò Editore, Locarno, 2008

Kategorie: Mountainbike-Tour
Höhendifferenz: 711m
Zeit: 1.5h
Max. Höhe: 908 M.ü.M.
Länge: 11.6 km
Schwierigkeit: leicht
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Basis-Eintrag. 1108 Aufrufe seit dem 14. November 2011. Letzte Änderung am 22. Mai 2013.
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