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Kunstroute San Vittore in Muralto



Muralto - San Vittore - Vicolo dei Muralti - Rivapiana - San Quirico - Cà di Ferro - Tenero

Kategorie: TourenWanderungen Wanderungen    - Region: Tessin, Schweiz    Tessin, Schweiz    Karte

Website: http://www.topin.travel

Unter den bedeutenden romanischen Kirchen des Tessins nimmt San Vittore in Muralto im Locarnese zweifellos den höchsten Rang ein. Abgesehen von der eindrucksvollen Architektur tragen auch die uralten Fresken und der reiche Skulpturenschmuck dazu bei.

Unser Routenvorschlag ergänzt die Besichtigung dieses Baudenkmals mit einem der angenehmsten Spazierwege dieser Gegend, der das ganze Jahr begehbar ist und sich am Lago Maggiore entlang von Rivapiana bis nach Mappo schlängelt.
Die Stiftskirche San Vittore befindet sich ganz in der Nähe des Bahnhofs von Locarno. Nach der Besichtigung ist man in wenigen Minuten am See. Der Weg führt durch die Via San Vittore und den engen Vicolo dei Muralti, wo einst eine Burg stand, von der nur wenige Spuren (Portale und Wappen) übrig geblieben sind. Die Seepromenade von Muralto ist etwa einen Kilometer lang und erhält ihren besonderen Reiz durch die zahlreichen mediterranen und subtropischen Pflanzenarten.
Am Lungolago findet man auch einen Bootshafen und schöne Parkanlagen. Nach dem Hotel Reber schlendern wir auf der Via alla Riva weiter und geniessen die beruhigende Landschaft. In Rivapiana sind einige Villen aus dem 19. Jahrhundert zu beachten. Von oben grüsst der Turm der Kirche San Quirico. Der Zugang zur Kirche ist gut markiert. Sie ist romanischen Ursprungs, wurde jedoch im 18. Jahrhundert umgebaut. Im Innern sind Freskenfragmente verschiedener Zeitabschnitte zu sehen.
Durch die Via San Quirico kehren wir an den See zurück und kommen an einer Häusergruppe mit schönen Malereien vorbei.
Kurz danach stehen wir vor der Ca' di Ferro, einem Gebäude aus dem 16. Jahrhundert. Der Name wird von den Eisengittern angeleitet, die alle Maueröffnungen sichern. Das Bauwerk mit seinem wuchtigen Turm war früher eine Kaserne, in der Söldner auf ihre Abreise warteten. Im Garten steht eine der Jungfrau Maria gewidmete Barockkapelle.
Der Spaziergang kann bis nach Mappo, wo sich der Hafen der Gemeinde Minusio befindet, fortgesetzt werden. Die Rückkehr geschieht auf dem gleichen Weg oder mit dem Zug vom Bahnhof Tenero aus.


Sehenswürdigkeiten:

San Vittore
Die Kirche San Vittore befindet sich in Muralto, nördlich vom Bahnhof Locarno- Muralto. Sie war einmal von religiösen Bauten (verschwundenes Kirchlein San Stefano) und Wohnhäusern mit schönen Gärten umgeben. Die städtische Entwicklung hat der Kirche ihr passendes Umfeld weggenommen.
Der Ursprung der Kirche liegt sehr weit zurück. Muralto war in der Römerzeit ein wichtiges Zentrum des Handels und Handwerks für die ganze Region, vom Ufer des Lago Maggiore bis in die nahen Täler. Wo heute die Kirche San Vittore steht, war einmal eine römische Villa, die später (5./6. Jh.) in eine frühchristliche Basilika verwandelt wurde. Der Bau der romanischen Kirche erfolgte im 11./12. Jahrhundert. 1152 wurde San Vittore als Stiftskirche urkundlich erwähnt. Der in Mailand gebräuchliche Name San Vittore erinnert daran, dass das Christentum vor allem auf dem Seeweg vom Süden her vorrückte.
Die Stiftskirche in Muralto wurde später die Kirche des ganzen Pfarreikreises (Locarno, das Ufergebiet vom Gambarogno bis nach Ronco, die Magadino-Ebene und die Locarneser Täler) und blieb es bis 1816.
Der jetzige Bau geht etwa auf das Jahr 1100 zurück, die Krypta ist wohl einige Jahrzehnte später in zwei Bauphasen erstellt worden. Im Innern der Kirche wurden zahlreiche Änderungen vorgenommen (16., /17. und 19. Jahrhundert). Die letzten wichtigen Restaurierungsarbeiten sind in den Jahren 1977 bis 1989 durchgeführt worden. Der wuchtige Glockenturm geht auf das 16. Jahrhundert zurück, auch wenn der obere Teil erst im 20. Jahrhundert angefügt wurde.
San Vittore zeigt eine eindrucksvolle Fassade : Das Mauerwerk ist aus regelmässigen Granit- Quadersteinen, im oberen Teil aufgelockert durch ein Bogenfenster aus dem 17. Jahrhundert, die Schwebebogen (ein Motiv, das sich in den Apsiden ) wiederholt und eine kreuzförmige Öffnung. Die Vorhalle wurde im 19. Jahrhundert angefügt, das Beinhaus auf der rechten Seite ist 1745 gebaut worden.
An der Südwand, links vom Portal, ist eine römische Inschrift zu sehen.
Der Bau des Glockenturms , vielleicht ein Werk des Architekten Giovanni Beretta aus Brissago wurde 1524 begonnen, wie die Inschrift auf der Südseite (der auf den Hinterbeinen stehende Löwe als Locarneser Wappen und dasjenige des damaligen Landvogts) bezeugt, aber 1527 unvollendet abgeschlossen. Der Grund könnte die Hungersnot jenes Jahres gewesen sein, wie die an der Westflanke des Turms angegebenen Getreidepreise vermuten lassen. Das regelmässige Mauerwerk wird von einem Basrelief unterbrochen, das den heiligen Viktor mit einem Banner der Dreifaltigkeit zeigt. Die eigenartige Darstellung mit den drei bärtigen Köpfen wurde später vom Konzil von Trient verboten. Das Relief wurde vom Mailänder Matteo Benzoni um die Mitte des 15. Jahrhunderts geschaffen und aus der Burg von Locarno hierher gebracht. Das Innere der Basilika ist weiträumig und hell. Die drei Schiffe werden durch paarweise angeordnete Pfeiler, die in drei Apsiden auslaufen, getrennt.
Der Altar (1781) ist mit Einlegearbeiten aus Stuckmarmor geschmückt; darunter öffnet sich die Krypta.
Die Holzdecke wurde im Lauf der Restaurierung angebracht und ersetzt das Gewölbe des 19. Jahrhunderts. In den Seitenschiffen sind Kapellen mit schönen Stuckaturen (1630-40) zu sehen. Die wertvollsten Fresken sind an der Südwand des Mittelschiffs zu finden und stellen Szenen aus der Genesis , die Vertreibung aus dem Paradies und das Kainszeichen dar. Die Bilder, die man am besten mit einem Fernglas betrachtet, sind vom Thema, von der Form und Farbgebung her ganz aussergewöhnlich. Sie sind auf einem zwei Meter und rund zwanzig Meter langen Band angeordnet und gehen etwa auf die Jahre 1140-1150 zurück, gehören als zu den ältesten im Tessin.
Andere Fresken aus der Zeit der Gotik sind im südlichen Kirchenschiff und in der grösseren Apsis zu finden. Einer der Seregnesi, vielleicht Cristoforo, hat 1467 die Verkündigung und die Figur Gottvaters, in der typischen Spitzenrahmen, gemalt. Das grosse Pfingstbild hat ein Künstler aus dem Norden (Hans Schmidt, 1583) gemalt. Freskenreste aus dem 16. Jahrhundert, darunter ein San Lorenzo , sind auch in der Krypta , zu sehen, doch die Aufmerksamkeit richtet sich dort auf die 22 Kapitelle von seltener Schönheit. Geometrische und pflanzliche Motive, Menschenköpfe und Fabeltiere bilden eine Mustersammlung der romanischen Bildhauerkunst .
Einige Skulpturenfragmente, darunter eine Sirene, die das Chorgeländer zierte, sind in das archäologische Museum im Castello Visconteo in Locarno verbracht worden.

Vicolo dei Muralti
einige schöne Portale mit Wappen der Familie Muralto (Burg mit zwei Türmen); sie gehörten zu einer nicht mehr vorhanden Burg.

Seepromenade von Muralto
mit mediterranen und subtropischen Pflanzenarten.

Rivapiana
mit einigen Villen des 19. Jahrhunderts, die von schönen Gärten umgeben sind, im Ortskern Fresken mit reichem Freskenschmuck.

Kirche San Quirico
romanischer Bau, schon 1313 urkundlich erwähnt, im 18. Jahrhundert umgebaut. Der Campanile war in alten Zeiten ein Wachtturm und geht vermutlich auf das 12. Jahrhundert zurück. Im Innern sind Freskenfragmente (13./14. Jh.) zu sehen. Neben der Kirche eines der ältesten Häuser der Region und die schöne Villa San Quirico, in der ein Kulturzentrum geplant ist.

Ca' di Ferro
befestigtes Gebäude des 16. Jahrhunderts, das als Kaserne und Lager diente. Vergitterte Fensteröffnungen, zahlreiche Schornsteine und ein wuchtiger Turm. An der Fassade ein Fresko der Madonna, der Schmerzensmutter gewidmete Kapelle mit Stuckaturen und Fresken. Privatbesitz, keine Besichtigungen.

Kategorie: Kunstroute
Höhendifferenz: 15m
Zeit: 2.5h
Max. Höhe: 206 M.ü.M.
Länge: 5.1 km
Schwierigkeit: sehr leicht
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Basis-Eintrag. 474 Aufrufe seit dem 14. November 2011. Letzte Änderung am 23. Mai 2012.
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