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Bergwanderung Smaragdweg Wallis-Piemont: Etappe 5



Ernen - Am Wasen - Hockmatta - Grengiols Oberdorf - Gifrischgrabe - Zen Achru - Termen - Brig. Es ist empfehlenswert, den offiziellen Wegweisern zu folgen: - Rappetal - Alpe Frid - Waldkapelle - Trusera - Wasen - Hockmatte - Grengiols - Bister - Tunetsch - Termen - Biela - Brig

Kategorie: TourenBergwanderungen Bergwanderungen    - Region: Valais, Schweiz    Valais, Schweiz    Karte

Website: http://www.topin.travel

Die abwechslungsreiche Route gibt einen Einblick in die (traditionelle) Kulturlandschaft. Wir folgen einer alten Wasserleite, durchwandern die Wiesen zwischen Hockmatta und Bister, machen einen Abstecher auf eine Voralpe und besuchen die Getreideäcker von Ried-Brig. Oberalb von Grengiols besuchen wir den Tulpenhügel. Hier blüht in der zweiten Hälfte des Monats Mai eine Tulpe, die nirgendwo sonst natürlich vorkommt. Sie trägt den Namen des Dorfes: Tulipa grengiolensis. Auch in den Getreideäckern bei Ried-Brig findet sich eine spektakuläre Begleitflora. Unser Ziel ist Brig-Glis, die Alpenststadt des Jahres 2008.


Wegbeschreibung:
Wir verlassen den historischen Dorfkern von Ernen auf einem ungewöhnlichen Weg. Hinter dem touristisches Informationszentrum biegt rechts ein kleines Strässchen zum Rappetal ab. Wir folgen dem Strässchen bis zu einem Wegweiser "Alpe Frid" und "Waldkapelle" und steigen den Weg durch den Fichtenwald hoch. Nach rund 120 Höhenmetern quert eine Wasserleitung den Weg. Es ist die Trusera, die längste Wasserfuhre von Ernen. Sie bringt das Wasser rund 4 Kilometer weit vom Rappetal bis auf die Binnachra. Vor wenigen Jahren wurde die alte Wasserleitung instand gestellt. Wir wandern in Fliessrichtung des Wassers durch den Ärner Wald nach Westen. Wanderungen entlang von Wasserleiten, die im unteren deutschsprachigen Wallis auch "Suonen" und französischsprachigen Kantonsteil "bisses" genannt werden, sind für die Landwirtschaft im inneralpinen Trockental überlebenswichtig.
Vor dem Wasen (1240 m ü. M) begegnen wir einer anderen, modernen Form der Nutzung des Wassers, einem Wasserschloss. In grossen Becken wird das Wasser gestaut, bevor es in die Druckleitung gelangt und weiter unten die Turbinen antreibt und elektrische Energie erzeugt.
Auf dem Wasen verlassen wir die Trusera, überqueren die Fahrstrasse bei der Posthaltestelle und gelangen zu einem Wegweiser und folgen der Richtung "Hockmatta". Der Weg bringt uns durch Wiesen und ein Wäldchen hinunter an die Binna, die wir auf einer Fussgängerbrücke überqueren. Mitten auf der Brücke lohnt sich der Blick hinab zum Bergbach und den Schluchtwald. Nach wenigen Kehren erreichen wir den Weiler "Hockmatta" (1198 m ü. M). Anfangs des 20. Jahrhunderts haben hier noch gegen 100 Personen gelebt. Heute ist der Weiler nur mehr im Sommer bewohnt. Ob dem kleinen Dorf mit Platz und Kapelle stossen wir auf die "Heerstrasse", den Westast des historischen Albrunweges. Er ist heute Teil der beliebten Veloroute "Nr. 1 Rhone". Das Fahrsträsschen, teilweise neu gepflästert und mit Trockenmauern versehen, verläuft durch die traditionelle Kulturlandschaft mit Wiesen und unzähligen Stallscheunen, unterbrochen von kleinen Wäldchen und Lawinengräben. Ab dem Viertel über Grengiols bis nach Bister ist das Strässchen leider geteert. Wir sind deshalb froh, nach Bächerhischere und dem Milibachgraben und dem Denkmal zur Erinnerung an das Lawinenunglück von 1904 vor einem Holzkreuz rechts auf einem guten, aber nicht markierten Weg in den Wald abzuzweigen. Er führt direkt auf den Tulpenhügel. Hier, auf der Kalberweid hat der Botaniker Thommen 1946 eine bis dahin unbekannte Tulpenart entdeckt und nach dem Fundort Tulipa grengiolensis. Die Wildtulpe gedeiht vorzugsweise in den Getreideäckern und blüht in der Regel in der zweiten Hälfte des Monats Mai. 2000 bis 4000 Exemplare wurden schon gezählt. Das Tulpenwunder lockt jedes Jahr Hunderte von Naturfreunden an.
Vom Tulpenhügel kehren wir beim Fussballfeld auf das Asphaltsträsschen zurück. Das Dorf Grengiols, das 1799 von österreichischen Truppen im Krieg mit den Franzosen in Brand gesteckt und danach vollständig wieder aufgebaut wurde, ist ein Besuch wert. Durch die steile Dorfgasse wird alle drei Jahre im November ein riesiges Sonnenrad gerollt. Auf dem Dorfplatz laden drei heimelige Gaststätten zum Verweilen.
Bei der Rückkehr vom Dorfplatz zum Asphaltsträsschen nehmen wir beim Schulhaus gegenüber der Kirche die Gasse rechts, um abzukürzen. Wir wandern auf dem Strässchen weiter nach Westen über Bädel, Ze Hischere bis nach Bister 1040 (m ü. M). Irgendwo in den Wiesen vor Bister verlassen wir den Landschaftspark Binntal, ohne es zu merken. Die Kleingemeinde Bister besteht aus mehreren Weilern. Wir achten am linken Strassenrand auf den Wegweiser "Tunetsch". Nun folgt der längste Aufstieg des Tages durch den Fichtenwald und den Gifetschgraben auf die Tunetschalp (1492 m ü. M.). Die Alp dient heute vorab einem Bio-Bauern als Sömmerungsweide für seine Schafe und Esel. Es geht sanft bergab über die Alp, an der Siedlung Eril vorbei zum Weiler Zen Achre (1120 m ü. M.). An der Weggabelung wählen wir den Weg links Richtung "Termen". Im Zickzack steigen wir durch einen trockenen Steilhang mit vereinzelten Birken und Wachholdersträuchern hinunter in den Tunetschgraben. Durch einen schattigen Mischwald gelangen wir zur traditionellen Kulturlandschaft von Termen. Hier erklärt ein Lehrpfad die Besonderheiten der Landwirtschaft.
Im Dorf Termen (927 m ü. M) folgen wir etwas mehr als einen Kilometer der Asphaltstrasse zum Weiler Biela, wo der Weg nach Brig abzweigt. Im Frühsommer lohnt sich ein Abstecher zu den Getreidefeldern der Achera Biela. Zwischen dem Wintergetreide ist hier die artenreichste Ackerbegleitflora der Schweiz zu finden. Gemütlich geht es über den Termerweg bergab durch Mähwiesen und ein Villenquartier vorbei nach Brig (680 m ü. M.). Wir erreichen die Alpenstadt des Jahres unmittelbar beim Stockalperschloss, dem Wahrzeichen der Simplonstadt.

Wegbeschreibung: Andreas Weissen



Landschaft, NATURA2000, Schutzgebiete

Die erste Hälfte der Route verläuft im Landschaftspark Binntal durch Fichtenwald und magere und fette Wiesen, unterbrochen durch Lawinengräben und kurze Waldpartien. Bemerkenswert ist die Überquerung der Binna mit schönen Schluchtwäldern an den beiden Flanken. Die traditionelle Kulturlandschaft zwischen Hockmatta und Bister ist sehr gepflegt. Dem naturnahen Anbau der Getreideäcker auf der Kalberweid bei Grengiols und auf den Achera Biela bei Ried-Brig kann bis in den Monat Juli eine artenreiche Begleitflora bewundert werden, auch wenn die Tulipa grengiolensis bereits Ende Mai verblüht.


Typische Arten Flora und Fauna gemäss Natura 2000

Vögel: Schwarzspecht (Dryocopus martius) ca / S, Steinadler (Aquila chrysaetos) ca / S, Wasseramsel (Cinclus cinclus) ca / S.


Weitere Arten (Rote Liste / Geschützte / Endemiten / Charakterarten):

Frauenschuh (Cypripedium calceolus) RL CH / § / S, Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis) RL CH / §, Kornrade (Agrostemma githago) RL CH, Acker-Wachtelweizen (Melampyrum arvense) RL CH, Grengjer Tulpe (Tulipa grengiolensis) RL CH / § / E, Federgras (Stipa pennata) RL CH, Gottesanbeterin (Mantis religiosa) RL CH, Röhrenspinne (Eresus niger) RL CH, Paradies-Lilie (Paradisea liliastrum) RL CH / §, Schwarzer Apollo (Parnassius mnemosyne) RL CH, Rundblättrige Hauhechel (Ononis rotundifolia) ca, Dingel (Limodorum abortivum) RL CH / §, Stengelloser Tragant (Astragalus excapus) RL CH, Spanischer Bläuling (Plebejus pylaon trappi) RL CH, Türkenbundlilie (Lilium martagon) RL CH / §, Walliser Levkoje (Matthiola vallesiaca) RL CH / § / E, Holunder-Knabenkraut (Dactylorhiza sambucina) RL CH / §, Angebranntes Knabenkraut (Orchis ustulata) RL CH / §, Karthäuser-Nelke (Danthus carthusianorum) ca, Langfühler-Schmetterlingshaft (Libelloides longicornis) RL CH, Steppen-Mohrenfalter (Erebia triaria) RL CH.

Status-Kategorien:
RL CH: Liste der gefährdeten Arten der Schweiz (Rote Liste)
§: auf nationaler Ebene geschützt
E: Endemit
S: Smaragd-Art
ca: Charakter-Art


Typische Lebensräume gemäss Natura 2000 und andere

Äcker (traditionelle Ackerkulturen), Steppenrasen, extensive Mähwiesen und Weiden, Fettwiesen und Lägerstellen, Föhrenwälder, Schluchtwälder / Schluchtvegetation, Trockenrasen, Fichtenwälder: Lärchenwälder, Kalkrasen.



Empfehlungen des WWF für Wanderungen

Wanderungen in den Bergen sollten sorgfältig geplant werden. Wichtig ist eine gute Karte im Massstab 1:50'000 oder besser noch 1:25'000. Die Ausrüstung sollte leicht und zweckmässig sein. Dazu gehören unter anderem Wanderschuhe mit gutem Profil, Regenschutz und ein warmer Pullover. Feldstecher und Notizblock dürfen nicht fehlen. Selbstverständlich sollte ein kleiner Vorrat an Lebensmitteln und Wasser im Rucksack mitgetragen werden. Wir empfehlen, in den Gaststätten nach regionalen Spezialitäten und/oder Bio-Produkten zu fragen.

Abfälle dürfen nicht weggeworfen, Blumen und Pflanzen nicht gepflückt werden. Die Ruhe der Natur ist zu respektieren. Die markierten Wege sollten nicht verlassen werden, um die Wildtiere nicht unnötig zu stören.

Kategorie: Bergwanderung
Höhendifferenz: 725m
Zeit: 6.5h
Max. Höhe: 1464 M.ü.M.
Länge: 21.9 km
Schwierigkeit: mittelschwer
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